Rio-Blog

Der lange Weg nach Deodoro

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Wir sind in Rio und erleben die Olympischen Spiele live vor Ort. Leider heisst „live dabei“ auch, dass man viele Resultate nur sehr zeitverzögert erfährt und wir durch die Berichterstattung aus rein brasilianischer Sicht weniger mitbekommen, als zu Hause vor dem TV. Also sitzen wir mit den Gästen mal wieder  beim Frühstück zusammen und nutzen die W-lan-verfügbare Zeit, um alle Informationen aufzusaugen.

Wenig später brechen wir auf nach Deodoro. Der Stadtteil im Westen Rio’s beherbergt neun Austragungsorte, u.a. BMX, Hockey und Moderner Fünfkampf – hier auch mit Beteiligung von fünf Berliner Sportler/-innen. Wir wollen heute das Hockey-Spiel von unseren Berlinern Martin Häner und Martin Zwicker im Olympischen Hockey Zentrum, um den Gruppensieg gegen Niederlande, verfolgen.

Für die Fahrt zum Olympic Park Deodoro nutzen wir die herkömmliche öffentliche Bahnlinie, die auch ohne Olympiaticket von den Cariocas genutzt wird. Der Unterschied zu Linie 4 ist gewaltig. Ohrenbetäubend schreiend strömen ununterbrochen fliegende Händler in die Bahn und verkaufen Snacks jeder Art. Der Blick aus dem Fenster lädt nicht unbedingt zum aussteigen ein. Ehrlich gesagt, sind wir sehr froh nach einer gefühlten Ewigkeit am Zielbahnhof angekommen zu sein. Wie wir schnell feststellen, bedeutet dies aber noch lange nicht „am Ziel“ sein. Bis zur Wettkampfstätte führt ein langer Weg vorbei an mehreren Kasernen des Militärs. Auffällig ist, dass dieses Gebiet verstärkt unter militärischen Schutz steht. Für uns ist es ein seltsamens Gefühl, an Panzern und schwer bewaffneten Soldaten vorbei zu laufen.

Im Stadion angekommen, sehen wir hauptsächlich orangene Tribünen – die Niederländer in der Übermacht. Doch unsere Mannschaft schiesst bereits nach 7 Minuten das erste Tor. Konzentriert und stark spielen die Honamas und gewinnen das Spiel verdient 2:0. Herzlichen Glückwunsch!